Graphische Revue
  

Update zur LED-UV Technologie
08.05.2017

Am 25. und 26. April trafen sich fast 300 Anwender und Interessenten der noch relativ jungen LED-UV-Technologie bei KBA-Sheetfed in Radebeul, um sich ein umfassendes Bild über den aktuellen Stand des Verfahrens zu machen. KBA-Sheetfed gehört in der LED-UV-Technologie zu den internationalen Technologieführern. Mitte 2014 ging die erste Rapida 106 mit LED-Trocknern in Betrieb.


Update zur LED-UV Technologie

Zu den weiteren Meilensteinen gehört die erste Mittelformat-Bogenoffsetmaschine für die 4 über 4-Produktion mit LED-UV Ende 2014 und 2015 die erste Rapida-Großformatanalage. Inzwischen produzieren weltweit rund 50 Halb-, Mittel- und Großformat-Rapidas mit LED-Trocknung. Die meiste Installationen befinden sich in Deutschland, Japan und Frankreich. Aber auch in Großbritannien, Österreich, Belgien, Italien, Polen, den USA und weiteren Ländern setzen bisher vorwiegend Akzidenzdrucker auf Rapidas mit LED-UV-Ausstattung. Neben klassischen Fünf- oder Sechsfarbenmaschinen mit Lackturm werden auch viele Wendemaschinen für den 4 über 4-Druck mit diesem zukunftsträchtige Trocknungsverfahren betrieben.

Verfahrenstechnische Vorteile sprechen für sich
Begeisterte KBA-Anwender haben die Vorteile von LED-UV für das eigene Unternehmen und ihre Kunden erkannt. Dabei sind die Umweltfreundlichkeit und kurze Lieferzeiten nur zwei von vielen. Hinzu kommen:

• 50 Prozent Energieeinsparung gegenüber HR-UV bzw. der IR/TL-Trocknung bei Lackanwendungen; weiteres Einsparungspotenzial ergibt sich durch die jobabhängige Reduzierung des Trocknungsformats in Länge und Breite

• Bis zu 20 Prozent weniger Makulatur durch den Wegfall von Kratzern oder Abschmieren

• Geringere Reklamationsquoten durch fehlende Nachtrocknungseffekte oder nachträgliche Farbveränderungen

• Bis zu 4 Prozent Papiereinsparung

• 10 bis 20 Prozent höhere Druckleistung im Wendebetrieb

• Reduzierte Auftragsdurchlaufzeiten durch die sofort mögliche Weiterverarbeitung

• Reduzierung der Ausschussquote durch verminderten Falzbruch im Druckbild

• Puder und Schutzlack im Druck nicht mehr erforderlich

• Weniger Probleme und geringere Reinigungszeiten in der Weiterverarbeitung

Es gibt in der Branche auch kritische Stimmen zum Verfahren. Einwände wie, höhere Investitionskosten für die Trockner und Farbkosten sowie mangelnde Deinkbarkeit der Drucksachen im Recyclingprozess

wurden offen diskutiert. Ein wichtiges Ziel des Symposiums bei KBA-Sheetfed bestand darin, das Potenzial des Verfahrens aufzuzeigen, im Gespräch mit der Lieferindustrie aktuelle und zu erwartende Entwicklungen und Verbesserungen darzustellen sowie Ängste und Bedenken, die jedes neue Verfahren mit sich bringt, abzubauen.

Podiumsdiskussionen mit Anwendern und Lieferanten

Die drei Podiumsdiskussionen moderierte Klaus-Peter Nicolay als unabhängiger Druckfachmann, Branchenanalyst und Herausgeber der Zeitschrift Druckmarkt. In der ersten Runde mit Experten von KBA-Sheetfed und weiteren Lieferanten, ging es um die verfügbare Systemtechnik. Unter der Headline „Was bietet die LED-UV-Technologie einer modernen Druckerei“ wurden Praxiserfahrungen, konstruktive Lösungen, Handling und Servicethemen zusammengefasst.

Über maßgeschneiderte Consumables-Pakete diskutierten die Fachleute von KBA im Anschluss mit Vertretern von Toyo, Actega, Scheufelen, Papyrus, StoraEnso und Igepa. Neben neuesten Entwicklungen bei Farben und Lacken sprachen die Hersteller über standardisierte Mess- und Analyseverfahren, Gesundheits- und Verbraucherschutz, Migration, Lebensmittelechtheit, sowie die Dimensionsstabilität und Deinkbarkeit von Bedruckstoffen. Einigen Kombinationen von Farbe und Papier lassen sich problemlos deinken, informierte Dr. Wolfgang Rauh, Abteilungsleiter Material und Umweltschutz bei der FOGRA. Im Zweifelsfall ist der Kontakt zu den Farb- und Papierherstellern hilfreich.

Das dritte Modul war den Anwendern vorbehalten: Ingo Klotz von der Druckerei Joh. Walch (Augsburg/Deutschland), Jürgen Ostendorf von Hofmann Druck (Nürnberg/Deutschland), Patrick Leus von Albe de Coker (Antwerpen, Belgien) und Jonas Hoffmann von FarbWerk (Detmold/Deutschland) stellten ihr Unternehmenskonzept mit den LED-UV-Verfahren vor.

Daneben verglichen sie den ROI von LED-UV im Vergleich zum konventionellen Druck, informierten über die erreichbaren Qualitätsstandards und die Energieeffizienz des Verfahrens in ihren Unternehmen. Dazu gehört ein erweiterter Farbraum, der den Druck mit Sonderfarben oftmals überflüssig macht. Es lassen sich wesentlich höhere Farbdichten erzielen.

Der Druck auf ungestrichene Papiere kommt an den auf gestrichene Materialien heran. Dadurch lassen sich neue Druckaufträge im oberen Qualitätssegment generieren. Für die Vermarktung der Drucksachen ergeben sich ganz neue Ansätze und Strategien. Der LED-UV-Druck bietet den Druckbetrieben regionale Alleinstellungsmerkmale, mit denen sie sich von Mitbewerbern abheben können. Viele Teilnehmer bestätigten, dass sie sich dank LED-UV neue Märkte erschlossen haben.

Druckdemos bestätigen Erfahrungen der Anwender
In den Druckdemonstrationen bestätigten sich die Anwendererfahrungen. Während der Produktion an einer Rapida 75 PRO und zwei Rapida 106-Anlagen konnten die Teilnehmer die aktuellen Energieverbräuche in Echtzeit über VisuEnergy verfolgen.

Die Produktion von Inmould- und Selbstklebeetiketten mit und ohne Kaltfolie wurde an einer Sechsfarben-Rapida 106 mit Lackturm gezeigt. Nach dem Druck mit Kaltfolie wurde die Maschine auf die Produktion mit Deckweiß umgerüstet. Zum Schluss lief eine Produktion von Zigarettenschachteln auf metallisiertem Karton. Alle drei Druckmotive zeigten, dass LED-UV immer öfter auch im Verpackungsdruck seinen Platz findet.

LED-UV in Verbindung mit dem autonomen Drucken zeigte KBA als Weltneuheit auf einer Achtfarben-Rapida 106 mit zusätzlichem Lackturm. „ErgoTronic AutoRun“ lässt Druck- und Rüstprozesse ohne menschliche Eingriffe nach der vorbereiteten Jobliste ablaufen. Nur Bedruckstoff, Druckplatten, und Verbrauchsmaterialien müssen bereitgestellt werden.

Als weiteres Highlight präsentierte KBA-Sheetfed das Stanzen von Verpackungen auf einer Rotationsstanze Rapida RDC 106: erstmals mit automatischem Ausbrechen, einer Weltneuheit beim Rotationsstanzen. Nach einem schnellen Jobwechsel wurden Selbstklebeetiketten angestanzt. Die Jobwechsel verlaufen an der Rapida RDC 106 deutlich schneller als an einer Flachbettstanze – bei bestimmten Anwendungen ein weiteres Plus für das Rotationsstanzen.


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